| Allgemein: Angst vorm Massenaustritt |
| Donnerstag, den 03. Juni 2010 um 11:01 Uhr |
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Etwa eine Million Euro soll beim Sport eingespart werden. In der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes hat Vorsitzender Mathias Hornberger gestern Abend im Hörsaal G der Universität Paderborn seinerseits die Politik in die Pflicht genommen und an die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und FDP erinnert, die eine kostenfreie Nutzung der Sportstätten festschreibe. An dieser kostenfreien Nutzung der Sportplätze und Hallen für den Trainings-, Wettkampf- und Veranstaltungsbetrieb dürfe auch in der Krise nicht gerüttelt werden, sagte der Vorsitzende von etwa 42 000 Mitgliedern in 140 Paderborner Sportvereinen. Eine Sportplatz- und Hallengebühr brächte der Stadtkasse angeblich 632 000 Euro ein. Eine Fünf-Euro-Gebühr pro Sportstunde und Sporteinheit mache eine Beitragserhöhung von knapp 18 Euro erforderlich, stützt sich Hornberger auf Berechnungen der Unternehmensberatung »Rödl und Partner«. Erste Paderborner Sportvereine rechneten bereits damit, dass sich dann jedes dritte Mitglied vom Verein trenne, zitierte Hornberger aus Rückmeldungen der Sportvereinswelt auf die Rödl-Sparvorschläge: »Besonders die Passiven würden schnell tschüss sagen«. Das koste die Vereine derart viel Substanz, dass sie in eine Existenzbedrohung gerieten. Die drei größten Paderborner Sportvereine Grün-Weiß Paderborn, TV 1875 Paderborn und TuRa Elsen hätten ausgerechnet, dass ihnen 160 000 Euro Mehrkosten drohten: »Das wäre das Ende unseres Vereins«. Hornberger bot am Abend der Politik Gesprächsbereitschaft an, außerhalb von Nutzungsgebühren über Einsparmöglichkeiten zu Gunsten des Städtischen Haushaltes zu diskutieren. Im Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT nannte Hornberger neben Energieeinsparungen auch Patenschaften über Sporthallen oder Schlüsselgewalt-Verträge. Hornberger: »Sparen mit dem Sport ist daher die Formel und nicht Sparen am Sport«. Auf eine kostenlose Bereitstellung der Sportstätten für die Vereine pochte am Abend auch Sportjugendvorsitzender Philip Krüger, der an die 15 000 sporttreibenden Kinder und Jugendlichen in Paderborner Vereinen erinnerte. Wer als Jugendlicher im Leistungs- oder Breitensport zum Beispiel eine Mannschaftssportart ausübe, verbringe in der Woche locker fünf Stunden in der Sporthalle. Eine Nutzungsgebühr sprenge jeglichen Rahmen und zwinge die Vereine zu drastischen Beitragserhöhungen. Der städtische Haushalt weist in diesem Jahr in Paderborn ein Minus von mehr als 49 Millionen Euro aus und muss wegen Verzehr der Rücklagen erstmals vom Landrat genehmigt werden. Das ist noch nicht geschehen. Westfalenblatt vom 02.06.2010, Karl Pickardt |














